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Scotch vs. Bourbon

Posted on:22. März 2015

Author:Markus Köhler

Category:Essen & Trinken

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Es gibt bekanntlich verschiedenste Arten von Whiskey; ob schottisch, irisch, amerikanisch, japanisch, jeder hat seine speziellen Eigenarten und man kann die Sorten nur schwer vergleichen. Seit Beginn meiner Leidenschaft für Whiskey habe ich im Wesentlichen Scotch und Bourbon getrunken. Darum möchte ich auf diese beiden näher eingehen.

Der Klassiker unter den Bourbons ist natürlich Jack Daniels. Den „Jacky“ bekommt man in jeder mittelmäßigen Bar, und er ist vom Preis und auch vom Geschmack meist nichts besonders erwähnenswertes, eben gutes Mittelfeld. Aktuell habe ich einen Jack Daniel’s Tennessee Sour Mash („Black Label“) zuhause. „Tennessee“ im Namen meint, dass der Whiskey im US-Bundesstaat Tennessee hergestellt werden muss, und laut Gesetz vor dem Alterungsprozess auch einen Filter-Schritt namens „Lincoln County Process“ durchlaufen haben muss. Nichtsdestotrotz bezeichnen die meisten Hersteller von Tennessee Whiskey ihr Produkt nicht als Tennessee, sondern lediglich als Bourbon. Bourbon darf laut Gesetz nur in neuen Fässern gelagert werden, also werden die Fässer für Bourbon nur einmal verwendet. Das heißt, dieser „Jacky“ hat schon etwas Exklusives an sich. Ein anderes Qualitätsmerkmal, das hochwertigen Whiskey auszeichnet, ist „Single Malt“ – das meint 1. dass der Whiskey nur aus einer einzigen („Single“) Brennerei stammt, und 2. dass als Getreide ausschließlich gemälzte („Malt“), also kontrolliert gekeimte, Gerste verwendet wird.

Und bis letzten Freitag war ich persönlich der festen Überzeugung, Bourbon wäre besser als Scotch. Aber dann hat ein Whiskey, den ich in einer mittelmäßigen Bar in Heidelberg getrunken habe, meine Meinung grundlegend verändert. Normalerweise wird man bei Whiskey ja immer gefragt, ob man ihn „on ice“, also mit Eiswürfeln, oder pur trinken will. Ich habe es persönlich noch nie erlebt, dass Whiskey in Bars mit Whiskey Stones, also kalten Steinen anstelle von Eis serviert wird, damit der Whiskey zwar gekühlt wird, aber nicht verwässert. Selbstverständlich habe ich aber Whiskey Stones für den besonderen Genuss zuhause. Am Freitag war es etwas anderes. Ich bestellte bewusst den teuersten Scotch Single Malt auf der Karte, ohne zu wissen was mich erwartet, aber mit hohen Ansprüchen. Natürlich wurde ich nicht gefragt, ob ich Eis in den Whiskey will. Stattdessen wurde er mir mit einem Glas Wasser serviert, was sich als hervorragend harmonierend mit dem Whiskey herausgestellt hat. Und der Whiskey war ein 16 Jahre alter Lagavulin – das meistverkaufte Mitglied der Classic Malts of Scotland. 95 von 100 Punkten in Jim Murray´s Whisky Bible 2010. Gewinner des World Whiskies Awards; Goldmedaille Best in Class bei den International Wine & Spirit Competition (IWSC) 2010; Gold bei der International Spirits Challenge 2014. Und ja, er war verdammt gut. Eine außergewöhnlich starke Torf-Note, schön trocken rauchig im Abgang. Ein wenig salzig, leichter Beigeschmack von Sherry und Likör, ölige Konsistenz. Ein unglaublich intensives Finish mit malziger Süße. Laut H. Gilles einer der kraftvollsten Whiskeys überhaupt. Und ja, das schmeckt man. Dieser Whiskey ist etwas für echte Männer – für echte Männer, die Tränen der Verzückung in den Augen haben wollen beim vollendeten Genuss eines wirklich außergewöhnlichen Whiskeys. Also ich habe meinen neuen absoluten Lieblings-Whiskey gefunden.

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