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Raubüberfall in der Straßenbahn

Posted on:7. Dezember 2014

Author:Markus Köhler

Category:Wichtige Hinweise

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Klingt brutal, kann aber auch ganz unauffällig vonstatten gehen. Im Folgenden möchte ich beschreiben, wie ich am Freitag Abend ausgeraubt wurde und wie ich danach vorgegangen bin.

Tathergang

Am Freitag, den 5. Dezember 2014 war ich ab etwa 18:30 Uhr in der Straßenbahn 4 von Mannheim Hauptbahnhof nach Bad Dürkheim Bahnhof. An der Haltestelle Ellerstadt West riss mir ein junger Mann mein Smartphone inklusive Headset aus der Hand und rannte davon. Bevor ich überhaupt realisieren konnte, dass ich gerade ausgeraubt wurde, war die Straßenbahn schon weitergefahren. Das ganze war so unauffällig passiert, dass nur 2 Damen etwas davon mitbekommen hatten, davon eine Hauptzeugin, deren Kontaktdaten ich mir geben ließ.

Vernehmung bei der Polizei

Das erste und vernünftigste, was man nach einem Überfall tun sollte, ist der Gang zur Polizei. Bei der Polizeiinspektion Bad Dürkheim machte ich die Anzeige. Der Oberkommisar, der meine Anzeige aufnahm, schien mir sehr kompetent und erwähnte auch, dass er solche Fälle in der Vergangenheit schon bearbeitet hatte. In der Vernehmung gab ich die wichtigen Details des Tathergangs zu Protokoll. Den Tathergang möchte ich hier nochmals so detailiert wie möglich wiedergeben:

Um 19:20 Uhr riss mir der junge Mann, etwa 22 Jahre alt, etwa 185cm groß, mit schwarzer Jacke, schwarzen Vans (Schuhen), schwarzen Haaren, ohne Brille und ohne Bart, der während der Tatausführung nichts sagte, an der Haltestelle Ellerstadt West mein „Samsung Galaxy S5 LTE+ gold“ (mit 16GB internem Speicher und 100GB microSD) aus der Hand und rannte in Richtung Ellerstadt Ortsmitte davon. Ich stand zu diesem Zeitpunkt, wie auch davor während der gesamten Fahrt in der Straßenbahn, welche nur mit einem Wagen unterwegs war, am hinteren Gelenk des Wagens gegenüber der hintersten Tür, mit dem Rücken also zur linken Wagenseite, hatte eine Laptoptasche und einen Rucksack bei mir, die schwarze Laptoptasche zwischen die Beine geklemmt auf dem Boden, den Rucksack auf der rechten Schulter. Auch als sich die Straßenbahn, welche zuvor sehr voll gewesen war, leerte, blieb ich stehen. Ich hatte mein Smartphone in der Hand, hörte Musik und tippte gerade auf dem Smartphone. Davor hatte ich mich mehrmals in der Straßenbahn umgesehen, dabei war mir auch dieser junge Mann aufgefallen. Allerdings war mir nicht aufgefallen, dass er nach Aussage meiner Hauptzeugin nervös wirkte. Zur besagten Tatzeit bewegte er sich unauffällig wie zum Aussteigen in Richtung der Tür, und als diese geöffnet war riss er mir mein Smartphone aus der Hand und rannte davon. Von meiner Zeugin ließ ich mir danach ihren Namen und ihre Handynummer geben, am besten hätte ich sie noch nach ihrem Wohnort gefragt, damit die Polizei sie schneller in der Datenbank findet.

Der Beamte klärte mich auf, dass es sich nur um einen Raubüberfall handelt, wenn ich mein Smartphone wirklich festgehalten habe und der Dieb es mir aus der Hand gezerrt hat. Dem war natürlich so, denn wie sollte ich auf dem Smartphone tippen ohne es festzuhalten. Um Raubüberfälle kümmert sich die Kriminalpolizei. Dann kriegt man einige Zeit später Fotos möglicher Täter präsentiert und muss den Täter identifizieren.

Weitere nützliche Schritte bei Smartphone-Diebstahl

Wenn einem das Smartphone gestohlen wird, hat man natürlich unter Umständen noch weitere Möglichkeiten, Missbrauch des Gerätes zu verhindern. Der Polizei gab ich die IMEI des Gerätes, die auf der Verpackung auf einem Aufkleber zu finden ist. Darüber kann das Gerät identifiziert werden, wenn es verkauft werden sollte. Eine GPS-Ortung ist allerdings durch die Polizei nur erlaubt, wenn es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall handelt. Und auch der Mobilfunkanbieter darf das Gerät nur orten, wenn dazu ein Gerichtsbeschluss vorliegt. Aber natürlich sollte man so schnell wie möglich die SIM-Karte durch den Anbieter sperren lassen, das geht auch telefonisch. Ich hatte zusätzlich noch den Vorteil, dass ich mein Gerät im Android Device Manager komplett löschen und auf Werkszustand zurücksetzen konnte. Es gibt auch einige Apps, die die selbe Funktionalität bieten.

Service der Telekom

An diesem Abend habe ich wieder einmal feststellen dürfen, wie erfreulich gut der Kundenservice der Telekom ist. Nach wenigen Sekunden hatte ich unter der 2202 und dem Stichwort „Handy-Diebstahl“ einen Berater am Telefon. Dieser erarbeitete mit mir zusammen eine Lösungsvariante, die mich sehr erfreute. Ich erhalte nun die nächsten Tage zwei neue SIM-Karten (Family-Tarif, davor hatte ich Multi-SIM), eine davon unter meiner alten Nummer. Zusätzlich dazu erhalte ich zur Family Card M ein neues Samsung Galaxy S5 LTE+ gold 16GB. Das erhöht meine monatlichen Kosten natürlich um einen gewissen Tilgungsbetrag für dieses Gerät, aber ich vergleiche es mit einem Versicherungsfall. Hätte ich zum Beispiel einen Autounfall, würde ja auch der Versicherungsbeitrag steigen. Aber so steigen eben einfach meine monatlichen Kosten des Mobilfunktarifs.

Zusätzliche Tipps

Das „positive“ an diesem Raubüberfall war, dass ich keine persönlichen oder wichtigen Daten verloren habe. Meine Bilder wurden automatisch sowohl nach Dropbox als auch nach Google Photos hochgeladen. Meine Kennwörter hatte ich mit einem sicheren Master-Passwort in LastPass gesichert. Die Sparkasse-App war durch ein Passwort geschützt. Als Entsperr-Mechanismus für das Smartphone hatte ich Fingerabdruck gewählt. Wenn man das Smartphone mit großer microSD quasi als externe Festplatte nutzen möchte, wäre zusätzlich noch ratsam, die Daten auf der microSD zu verschlüsseln, dazu gibt es Anwendungen für den PC (z.B. TrueCrypt oder ähnliche) oder man verschlüsselt sein Android mit Bordmitteln. Das bedeutet, der Dieb konnte mit meinem Smartphone quasi nichts mehr anfangen bzw. es missbrauchen, nachdem er es 30 Sekunden aus den Augen gelassen hat, so dass es gesperrt wurde. Denkbar ist, dass er es verkauft, nachdem er das Betriebssystem neu aufgespielt hat. Wobei das für das S5 noch nicht so einfach ist. Zusätzlich werde ich mein nächstes S5 versichern; das ärgerliche ist, mein iPad ist versichert, mein altes S4 war versichert, mein Ultrabook ist versichert, nur das S5 hatte ich nicht versichert.

Sollte der Räuber gefasst werden, wünsche ich ihm viel Spaß bei den 6 Monaten Freiheitsstrafe, die ihm aufgrund des „minderschweren Raubes“ gem. § 249 Abs.2 StGB zustehen. Im Grunde hatte ich ja Glück, dass es kein schwerer Raub, also mit Waffen, Körperverletzung oder Bandenraub war. Aber auch schon der Versuch wäre strafbar, hätte er mir das Smartphone nicht entreißen können. Ich jedenfalls bin ja nochmal glimpflich davongekommen, das einzige Manko sind etwas erhöhte monatliche Kosten des Mobilfunktarifs.

Update: Mein Smartphone wurde am 15.12.2014 durch die Polizei Mannheim sichergestellt und ich kann es auf der Polizeiwache abholen. Laut meinen aktuellen Informationen wurde mein Smartphone verkauft (über welchen Weg auch immer), und zwar deutlich unter Preis, für etwa 250 EUR. Der Käufer ging damit nach dem Kauf zur Polizei, um sicherzustellen, dass es sich dabei nicht um ein gestohlenes Smartphone handelte. Über die IMEI wurde es von der Polizei identifiziert und konnte so sichergestellt werden. Der Käufer blieb damit auf seinen 250 EUR Unkosten sitzen. Die Suche nach dem Täter dauert an, da der Käufer der Polizei bisher keine zweckdienlichen Hinweise geben konnte.

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