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Ingress Darsana XM Anomaly Stuttgart

Posted on:18. Dezember 2014

Author:Markus Köhler

Category:Ingress

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Am Samstag, den 13.12.2014 war ich, wie auch ca. 1700 andere Menschen, auf der Ingress Anomaly (Darsana) in Stuttgart. Ein Erlebnisbericht:

Ich reiste schon am 12.12. an, da Abends schon diverse Veranstaltungen als Vorbereitung auf die Ingress Anomaly stattfanden. Zum einen die Vorab-Registrierung für sämtliche Spieler, die sich am Abend schon in der Stadt befanden, und einige Stadt-Touren. Das war mein erster Kontakt mit einer größeren Anzahl anderer „Schlümpfe“, wie unsere Fraktion sich nennt. Zusätzlich hatte ich mich noch (gezwungenermaßen) als Teamleiter für das Team 4 der Ingress Resistance Rhein-Neckar (IRRheN) gemeldet – deshalb war ich mir gar nicht so sicher, was alles auf mich zukommen würde. Ich wusste nur, am Samstag würde ich ein Team von 15 Leuten, nicht nur aus der Metropolregion Rhein-Neckar, sondern auch aus anderen Ecken von Deutschland und anderen Ländern anführen.

Also holte ich mir am Freitag Abend meinen Ingress Ausweis ab und traf mich zwecks Koordination und Erfahrungsaustausch mit unserem Local Guide, einem Spieler aus Stuttgart dessen Aufgabe es sein sollte, unser Team schnellstmöglich zwischen den verschiedenen Clustern zu navigieren. (Ein Cluster ist ein Feld in dem sich etwa 120-240 Portale befinden; diese Felder werden nacheinander abgearbeitet, meistens gibt es bei einer Anomaly 3-5 Cluster. Man hat eine Stunde Zeit, zwischen den Clustern zu wechseln und sich zu positionieren, die eigentliche Messung erfolgt dann in einem Zeitrahmen von 10 Minuten jeweils zur vollen Stunde.) Bei einem gutbürgerlichen und reichhaltigen Abendessen tauschten wir wertvolle Vorgehensweisen und Pläne für die Anomaly aus. Danach machten wir uns noch mit einer sogenannten Unique Tour auf den Weg durch Stuttgart, um einige Portale zu hacken, die wir zuvor noch nie besucht hatten, also Uniques.

Nach einer relativ kurzen Nacht machten wir (meine Freundin und ich) uns dann Samstag früh auf zum Stuttgarter Hauptbahnhof, wo wir um 9 Uhr auf mein Teamradio treffen sollten. Teamradio ist ein Spieler, dessen Aufgabe es ist, während der gesamten Anomaly den Funkkontakt zum Dispatch zu halten und für den Spielverlauf entscheidende Entscheidungen zwischen Teamleiter und Dispatch zu kommunizieren. Nach einem „Frühstück“ in Form eines doppelten Espresso bei Starbucks im Hauptbahnhof stieß noch ein weiteres Teammitglied aus Ludwigshafen/Rhein zu uns. Anschließend warteten wir zu viert noch auf die Ankunft von zwei Schweizern, die ebenfalls in unserem Team waren. Gemeinsam machten wir uns um 10 Uhr auf den Weg zum Erwin-Schoettle-Platz, an dem die Registrierung für alle Spieler stattfand. Dort trafen wir dann auch wieder auf unseren Local Guide sowie die anderen Teammitglieder. Das Teamleiter-Meeting fand um 11:30 Uhr statt. Dabei erfuhren wir, dass unsere Teams so viele Links wie möglich ziehen sollten, da diese mehr Punkte geben und nur Schilde setzen sollten und auf keinen Fall Multihacks und Heatsinks einzusetzen sind. Weiterhin sollten wir gegnerische Portale mit einer größeren Anzahl an eingehenden Links sofort an Dispatch melden, damit Unterstützungs-Teams sich um diese kümmern könnten, sowie auch volatile Portale (die die zehnfache Punktzahl geben) sofort berichten sollten, um ein Volatile-Team zur Unterstützung bei Dispatch anzufordern.

Danach machten wir uns auf den Weg zum Startpunkt, wo sowohl das Gruppenfoto gemacht wurde als auch unsere ersten beiden Portale zu finden waren. Anschließend war es trotz meiner Vorliebe und Begabung, Teams zu führen, eine Herausforderung, die wichtigsten Informationen nochmal unmissverständlich weiterzugeben und die Teams einzuteilen. Zusätzlich schwierig, da es für die meisten (inklusive mir) die erste Anomaly war. Um 14 Uhr wurde es dann ernst.

Zusammenfassend kann man sagen, in Cluster 1 und Cluster 2 hat sich mein Team souverän geschlagen, gegen ungefähr die gleiche Anzahl Frösche. Wir hatten pro Portal zwei Deployer, zwei Shielder und zwei Burster. Diese Aufteilung machte es uns möglich, sehr effizient einen guten Einstieg zu finden. Wichtig war, die Portale blau zu halten und zu verteidigen. Verteidigen ist immer einfacher als erobern, darum hatten es die Frösche umso schwerer. So konnten wir in den ersten beiden Clustern den Erfolg für uns verbuchen, und auch der Weg zwischen den beiden Clustern war dank der Straßenbahn keine große Herausforderung.

In Cluster 3 kamen mehrere Probleme auf uns zu: erstens hatten wir zum ersten Mal drei Portale gleichzeitig zu managen. Zweitens benötigten wir aufgrund Navigationsschwierigkeiten sehr viel Zeit, um von Cluster 2 nach Cluster 3 zu gelangen. So kamen wir zu spät an und die Aufteilung des Teams auf die Portale war dann noch nicht klar, so dass wir im Endeffekt strauchelten. Cluster 3 war darum auch der einzige Cluster, bei dem wir einen Verlust gegen die Frösche hinzunehmen hatten, die einerseits zahlenmäßig stark waren und dann auch den zeitlichen Vorteil und den Verteidigungs-Vorteil hatten.

Als zusätzliche Herausforderung kam noch dazu, dass wir in Cluster 2 und 3 je ein Volatile Portal unter den uns zugeteilten Portalen hatten. Das hieß für uns, bzw. für mein Teamradio: Das Volatile Team über unseren Dispatch, Lucy Shires, anfordern. Die Kommunikation mit Dispatch lief hierbei über die App Zello, wo Teamleiter und Teamradio sprechen und alle anderen zuhören durften. In Cluster 2 war es durch schnelle Unterstützung durch das Volatile-Team kein Problem, das Volatile Portal gegen die Frösche zu verteidigen. Aber in Cluster 3 haben wir das Volatile trotz größtmöglicher engagierter Unterstützung an die Frösche verloren. Es ist schon beeindruckend, dass gerade mein Team in zwei Clustern Volatiles zugeteilt bekommen hatte, da es pro Cluster nur 5 Volatile Portale unter 120 Portalen gibt, und immerhin gab es für diese etwa 120 Portale etwa 80 Schlumpf-Teams.

Aber wenigstens hatten wir als Entlastung in Cluster 4 nur ein Portal. Zwischen Cluster 3 und 4 mussten wir zwar einen Kraftmarsch über einen Berg hinlegen, aber wir kamen rechtzeitig am Portal an und hatten schließlich mit 15 Leuten auch keinerlei Probleme, das Portal zu capturen und gegen die in sehr geringer Anzahl gesichteten Frösche zu verteidigen. Der einzige Widerstand, den wir zu spüren hatten, waren die Burster auf ein benachbartes Volatile, die auch bei uns einschlugen. Aber das Problem konnten wir ganz locker durch rechargen lösen, da die Einschläge marginal waren. Gegen Ende wurde es dann etwas schwieriger mit dem rechargen, weswegen wir am Ende auch den einen oder anderen Resonator nachsetzen mussten, aber kein Problem das Portal zu halten. Gut, das war letztendlich auch der Entscheidung geschuldet, mein halbes Team zur Unterstützung an das Volatile zu schicken. Smit mussten die verbleibenden Teammitglieder an unserem Portal umso stärker verteidigen. Aber immerhin konnten wir beim Erhalt des Volatile unterstützen.

Danach waren wir heilfroh, als wir endlich mit verbleibenden 5 Teammitgliedern bei einem deftigen Abendessen im Restaurant den erfolgreichen Tag ausklingen lassen konnten. Immerhin hatte die Resistance mit ca. 100 Punkten Vorsprung die Anomaly in Stuttgart für sich entschieden, und auch global (also zusammen mit der Wertung aus Frankreich, 3x USA, Australien, China und Brasilien vom selben Tag) konnte die Resistance einen Gesamtsieg feiern. Das war für mich auch der Grund, mir zum Essen einen trockenen Chianti zu gönnen, während die anderen maximal ein Bier hatten. „Der Teamleiter darf das“ scherzten wir beim Essen.

Und in der Tat, das Erfolgserlebnis war überwältigend. Die Resonanz meines Teams war durchweg positiv, bis auf etwas unkonkrete Ansagen in Cluster 3, wo wir so unsere diversen Schwierigkeiten hatten, was auch mich als Teamleiter zum schwitzen brachte. Aber alles in allem lässt sich sagen, im Prinzip kann jeder Teamleiter sein, auch bei seiner ersten Anomaly. Wenn man ein wenig von „Mitarbeiter“-Motivation versteht und Spaß daran hat, die effektive Zielführung in die Hand zu nehmen, kann man auch mit wenig Ingress-Hintergrundwissen erfolgreicher Teamleiter sein.

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