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Genauigkeit von Daten zur Verkehrslageermittlung

Posted on:14. März 2016

Author:Markus Köhler

Category:Technik

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Es ist schon erstaunlich, wie präzise manche Hersteller von Navigationssystemen mittlerweile Störungen im Verkehrsfluss vorhersagen können. Hier eine exemplarische Berechnung/Fallstudie anhand von TomTom:

Die letzten Tage bin ich morgens, nicht wie sonst üblich durch Kirchheim/Weinstraße gefahren, sondern durch Grünstadt. Nur an jenem Tag schlug das Navi, ein TomTom GO 6000, plötzlich die Abbiegung nach Grünstadt vor. Zurecht, wie man von der Autobahnauffahrt aus erkennen konnte: Aufgrund der Bauarbeiten zur „B271 neu“ war in Kirchheim eine Ampel eingerichtet worden und somit war ich durch Grünstadt tatsächlich schneller. Das brachte mich ins Grübeln, wie genau die Verkehrslageerkennung von TomTom wohl funktioniert.

Durch Kirchheim fahren am Tag im Schnitt an die 20.000 Autos. Laut einer Umfrage von Statista nutzen 73% der Autofahrer ein Navigationssystem. TomTom hat einen Marktanteil von 54% (Stand: Q4/2015). Daraus lässt sich schon einmal schließen, dass rund 7884 Autofahrer, die pro Tag durch Kirchheim fahren, ein GPS-System von TomTom im Auto haben. Wenn man von größeren Verkehrsaufkommen ab 6:00 Uhr und bis 20:00 Uhr ausgeht, fahren pro Stunde also etwa 563 Autos mit TomTom-Navi durch Kirchheim.

Von diesen 563 Autos erhält TomTom einerseits durch Live-Daten von den TomTom-Navis, andererseits durch GPS-Daten von Smartphones mit TomTom-App. Außerdem wertet TomTom noch Floating Car Data, Störungsinformationen durch Straßensensoren (darunter Datensensoren auf Autobahnbrücken und Sensorschleifen in der Fahrbahn), sowie TMC-Daten von Verkehrsclubs und Polizei mit aus. Laut TomTom wird zumindest in Deutschland nicht mehr auf Floating Phone Daten gesetzt, da mehr als genug Daten aus anderen Datenquellen vorliegen – dies trägt zusätzlich zum besseren Datenschutz bei. Die Volkswagen-Flotte setzt mittlerweile seit 2/2015 auch auf TomTom statt auf Inrix. Ab 4/2016 berücksichtigt TomTom auch speziell Stau auf Abbiegespuren, Wetterdaten und dynamische Geschwindigkeitsbegrenzungen. (Quelle)

Bei gleichmäßiger Verteilung über den Tag wären zu dem Zeitpunkt, als ich durch Kirchheim fuhr, etwa gegen 8:30, schon 845 Autos als Datenlieferant für TomTom durch den Ort gefahren. Somit sollte klar sein, warum TomTom zu den besten GPS-Diensten zählt. Durch die Daten von 845 Autos wusste mein Navi schon rechtzeitig bescheid, dass sich der Verkehrsfluss Richtung Kirchheim erheblich verzögert und schickte mich darum über Grünstadt. Ein Grund mehr, sich auf (gute) Navi-Dienste heutzutage blindlings zu verlassen und sich nicht über die Routenempfehlung hinwegzusetzen.

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