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Bloß nicht überzeugen

Posted on:5. April 2015

Author:Markus Köhler

Category:Denkanstöße

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Jeder kennt die Situation: Man ist spontan von etwas so überzeugt, dass man es anderen Leuten so schnell wie möglich mitteilen muss. Meistens versucht man dann auch noch verzweifelt, das Gegenüber von der eigenen Meinung derart zu überzeugen, dass sämtliche Vorbehalte dagegen aus dem Weg geräumt werden und ein Meinungsaustausch komplett unterbunden wird. Allerdings ist das nicht der optimale Weg.

Ein Beispiel: Ich finde eine Wohnung auf ImmobilienScout, die meinen Vorstellungen zu 100% entspricht. Also würde ich theoretisch sofort den Makler anrufen und einen Besichtigungstermin erfragen. Allerdings ist das Ziel, mit meiner Freundin zusammen zu ziehen. Das heißt natürlich, dass sie auch ein Wörtchen mitzureden hat bei der Wahl der Wohnung. Da wäre es vergebene Liebesmüh, wenn ich sie durch Argumente von meiner neu gewonnenen Leidenschaft für dieses Objekt zu überzeugen versuche – sie muss es schließlich auch selbst mögen, und zwar ohne meine Einflussnahme. Das heißt natürlich, sämtliches Gefallen an der Wunsch-Wohnung kann schnell wieder verfliegen, wenn die Partnerin die Meinung nicht teilt. Aber ein offensiver Meinungsaustausch ist hier nicht angebracht, da das früher oder später zu Konflikten führt – ich möchte schließlich auch nicht in einer Wohnung wohnen müssen, gegen die ich Vorbehalte hege.

Was lernen wir daraus? „Bloß nicht überzeugen“ heißt der Slogan. Man kann seine eigene Meinung haben, aber man muss auch akzeptieren, dass eben jeder eine eigene Meinung hat und es darum zu Konflikten kommen kann. Diese Konflikte löst man am besten nicht durch verzweifelte Argumentationsversuche, sondern durch sachlich-objektiven Austausch und im besten Fall einer von vornherein übereinstimmenden Meinung.

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